Datum

Der Zweck dieser Website ist die bildungswissenschaftlich fundierte Analyse der Methode ‚Working Out Loud‘, von John Stepper. Diese Methode als Form der Erwachsenenbildung zu untersuchen legt Stepper selbst nahe, indem er Working Out Loud (ab hier: WOL) von Anfang an auch als Lernanstrengung beschreibt:

– 2011 schreibt Stepper in seinem ersten Blogpost (johnstepper.com ), dass er „das Lernen wie das Tun“ beschleunigen will [6]. – In seinem programmatischen Buch „Working Out Loud (2015)1 beschreibt er, dass er (Arbeits-)Gewohnheiten ändern will, wobei dies auch von Lernen begeleitet wird: „Over time, I realized that in addition to people learning a few skills, they needed help changing their habits“
– Der erste Schritt der zwölfschrittigen Methode ist es, ein Ziel zu definieren. Dieses Ziel, so Stepper soll etwas ein, was mit Lernen und Entdecken zu tun hat [2]
– Wenn Partizipanten in diesem ersten Schritt zunächst kein gutes Ziel haben, dann rät Stepper: „Lerne mehr über etwas, das Dich interessiert3

Damit dürfte WOL berechtigterweise als eine Lernform für Erwachsene aufgefasst werden. Diese Auffassung ist sicher nicht die einzig mögliche, aber sicher eine relevante. Deswegen soll hier bildungswissenschaftlich untersucht werden, was diese Lernform umfasst, welche Versprechen damit einher gehen und wie sich diese Lernform in der Praxis darstellt bzw. auswirkt.

So wissen wir bislang zwar, dass seit 2015 Unternehmen wie Bosch oder Daimler tausende von Leuten in die sogenannten WOL-Circles, also die Lerngruppen der Methode gebracht haben [4]. Gleichzeitig wissen wir nichts über insgesamte Drop-Out-Raten in diesen Unternehmen, über die empirische Verteilung von Zustimmung und Ablehnung und über die realen Veränderungen am Arbeitsplatz, die mit der Methode einher gehen. Ohne solche Zahlen aber erscheinen nur die positiven Faktoren von begeisterten Teilnehmern und jenen Akteuren, die als Coaches oder Beteiligte an der Verbreitung der Methode interessiert sind und also ein Voreinstellung haben müssen.
Wo sind die weniger begeisterten Teilnehmer? Man findet sie nirgends.

Damit ist nicht gesagt, dass WOL eine schlechte Methode sei. Aber sie ist bislang nicht bildungswissenschaftlich empirisch valide untersucht worden.
Das soll mit dieser Webseite geändert werden. Gerne auch zusammen und Schritt für Schritt.

- – – – – –
fn1. „Stepper, John“ (2015): Working Out Loud – For a better career and life. New York: Ikigai Press“ fn2. „ ebd. S.114“ fn3. „ebd. S.115“ fn4. „https://www.haufe.de/personal/hr-management/bosch-working-out-loud-in-der-praxis_80_444782.html“ fn6. „https://web.archive.org/web/20110624062509/http://johnstepper.com/“

Autor